Hamburgs U-Bahnhöfe: Die Ringlinie
Update 19. April 2008


 

  Rödingsmarkt

U3 < Baumwall (595 m) <<
Richtung St.Pauli - Schlump - Barmbek

U3 >> Rathaus (630 m) >
Richtung Rathaus - Hbf. Süd - W.Gartenstadt

 

Die Mönkedamm-Rampe

 

Eröffnet am 29. Juni 1912
HOCHBAHN-Kürzel: RD
Bezirk Hamburg-Mitte (Neustadt)

Architekten: Büro Raabe & Wöhlecke

Der Bahnhof Rödingsmarkt entstand im Jahre 1911 nach Plänen des Büros Raabe und Wöhlecke. Da der Rödingsmarkt bis 1886 ein Fleet war, gab es beim Bau der Hochbahn erhebliche geologische Probleme: Vor dem Bau der Viadukte mussten 10 Meter lange Eisenbetonpfähle erstellt werden, auf denen der Viadukt ruht. Erst im Frühsommer 1912 wurde dieser Bahnhof als letzter der Ringlinie fertig gestellt, weshalb der Zugverkehr hier erst im Juni aufgenommen werden konnte.

Trotz alter Bausubstanz fanden am Bahnhof Umbauten statt: Der Eingangsbereich wurde völlig verändert. Die Zugänge befanden sich früher an den Gebäudeecken.

Um 2002 wurde der Bahnhof renoviert. Er erhielt zusätzlich Zugänge südlich der Ludwig-Erhardt-/Willy-Brandt-Straße und Aufzüge zu beiden Bahnsteigen.

Fahrzeiten ab Rödingsmarkt

U3: alle 5 Minuten Ri. Mümmelmannsberg auf 5 (bis Billstedt) und 0
U3: alle 5 Minuten Ri. Barmbek auf 7 (Verstärker) und 2

Ring im Uhrzeigersinn:
nach Landungsbrücken
nach Schlump
nach Barmbek
(Innenring)
3 min
10 min
21 min
Ring gegen den Uhrzeigersinn:
nach Rathaus
nach Hauptbahnhof Süd
nach Berliner Tor
nach Mundsburg
nach Barmbek
(Außenring)
2 min
5 min
7 min
12 min
17 min


Hochbahnhof Rödingsmarkt im Sommer 2007...


...und im April 1973
Die Straßenbahnlinie [1] fuhr damals von Schenefeld (Lornsenstraße) nach Lattenkamp
und wurde am Rödingsmarkt im Juni 1973 eingestellt
Bild:
FdE-Hamburg.de


Situation um 1912


Rödingmarkt ist noch im Bau, etwa 1911


Hochbahnhof von Süden aus gesehen mit den neuen Zugängen


Blick von der Willy-Brandt-Straße (ehem. Ost-West-Straße)


Alter Zugang am Nordende


Neuer Zugang am Südende


Museumszug im Oktober 2009

 


Die Mönkedamm-Rampe

Zwischen den Stationen Rödingsmarkt und Rathaus verlässt die Hochbahn ihre Lage auf einem stählernen Viadukt und taucht in den innerstädtischen Tunnel ein. Da der Platz räumlich sehr begrenzt war, konnte die Bahn nicht durch den Großen Burstah geführt werden, sondern musste in eine Nebenstraße ausweichen. Diese Nebenstraße ist der Mönkedamm, der sich gebogen neben dem Mönkedammfleet befindet. Das Mönkedammfleet ist ein Nebenfluss der Alster in der Innenstadt. (Fleet: abgeleitet von dem niederdeutschen "fleeten" = fließen, womit ein Fleet niemals ein Kanal im Sinne eines stehenden Gewässers ist) Zusätzlich musste die Rampe stark gekrümmt und zusätzlich sehr steil angelegt werden. Es ist heute die steilste Stelle einer U-Bahn in Deutschland.

Die Rampe wurde im oberen Bereich aus einem stählernen Viadukt gebaut, der sich direkt über dem Fleet befindet. Im etwas über der Straßenebene befindlichen Niveau ändert sich der Unterbau zu einer massiven Steinrampe mit Gewölbebögen und mit Erdunterbau. Zusätzlich ist die Rampe seitlich zur Straße hin aber auch zum Fleet durch Futtermauern eingefasst. Die Mauer zum Fleet dient als Hochwasserschutz, denn die Fleete in diesem Bereich der Innenstadt unterlagen früher den Gezeiten der Elbe und waren ursprünglich nicht durch Schleusen oder Sperrwehre vom offenen Meer trennbar. Erst nach der Flut 1962 wurden entsprechende Vorkehrungen getroffen. Nur so konnte sicher gestellt werden, dass die U-Bahntunnel auch im Falle einer der gelegentlich vorkommenden Sturmfluten sicher sind. Nach Einfahrt in den Tunnel schließt sich eine enge S-Kurve unter dem Adolphsplatz an, um die Strecke wieder in den Großen Burstah bzw. der Großen Johannisstraße einzufädeln, um zum Rathausmarkt zu gelangen. Hierbei musste ein Teil der Hanseatischen Börse unterfahren werden.

Im Dezember 1906 begannen auf dem Adolphsplatz die Bauarbeiten. Sie waren begleitet vom Abriss eines Teils der Hanseatischen Börse. Der Abriss war erforderlich, um die U-Bahn unter dem Gebäudekomplex hindurch zur Großen Johannisstraße zu führen. Daher beschreibt die Trasse hier eine sehr enge S-Kurve, die in getrennten eingleisigen Tunneln ausgeführt wurde. Nach dem Bau der U-Bahn wurde der fehlende Bauteil der Börse wieder aufgebaut. In den Jahren 1907 bis 1908 entstand die steinerne Rampenstrecke zwischen dem Mönkedamm und Mönkedammfleet. Während der steinerne Rampenteil 1908 entstand, wurde das Bauwerk mit seinen stählernen Viadukten erst 1911 komplettiert. Zuvor mussten an der Ecke Alter Wall/Großer Burstah einige Häuser abgerissen werden.

Hier erklimmt die Hochbahn in einer sehr steilen und gekrümmten Rampe (1:20,7) den Hochbahnviadukt am Rödingsmarkt. Dies ist die steilste Stelle im Hamburger U-Bahnnetz und war mit ein Grund, warum es in Hamburg - im Gegensatz zu Berlin - nie Züge mit antriebslosen Beiwagen gab.

In den 70er Jahren wurde der Tunnelmund umgebaut, damit Fahrzeuge neben dem Tunnelmund auf einen Parkplatz gelangen können. Zuvor war der Platz dafür zu knapp. Der Haspa-Vorstands-Parkplatz befindet sich auf einer Betonplatte über dem Fleet neben der steinernen Rampe.

Seit Ende 2011 entsteht über dem Tunnelmund der InnovationsCampus (HKIC) der HSBA Hamburg School of Business Administration. Es handelt sich um ein Stahlgerüstbau, der mit seinen sechs Stockwerken auf drei Auflagerpunkten neben den U-Bahngleisen ruht und somit die Gleistrasse überbrückt. (Bilder folgen)


Tunneleinfahrt am Adolphsplatz um 1913 (Bild: Archiv)

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