Hamburgs U-Bahnhöfe: Die Durchmesserlinie
Update 29. Januar 2011


 

  Jungfernstieg

U2 < Gänsemarkt (640 m) <<
Richtung Niendorf Nord

U2/U4 >> Hauptbahnhof Nord (810 m) >
Richtung Billstedt/Mümmelmannsberg

U4 < Überseequartier (2940 m) <<
Richtung HafenCity-Universität

 

Übergang zur U1

Übergang zur U3 (Rathaus)

Zugangsbereiche (Übersicht)

Übergang zur City-S-Bahn

Eröffnet am 3. Juni 1973
HOCHBAHN-Kürzel: JG
Bezirk HH-Mitte (Altstadt und Neustadt)

 

Jungfernstieg galt bei seiner Eröffnung im Sommer 1973 als ein Bahnhof der Superlative: Er ist Hamburgs größter U-Bahnhof und ist zu gleich ein Bahnhof der komplett unter dem Wasser der Binnenalster liegt. Ähnlich wie Hauptbahnhof Nord wurde auch dieser Bahnhof gleich komplett ausgebaut und mit vier Gleisbetten versehen. Nur die inneren Gleise aber wurden genutzt: Sie dienten seither der U2. Die äußeren Gleisbetten blieben stets leer und waren damals für die neue U4 gedacht, mit deren Bau 1975 begonnen werden sollte. Sie sollte von Lurup zur Sengelmannstraße fahren. Da durch den Senat die Hamburger Schnellbahnpläne aufgrund der Haushaltslage zurückgestellt wurden, hat der Bau der U4 nicht statt gefunden. Aus diesem Grunde waren die Gleisbetten bis Februar 2009 ungenutzt.

Der Bahnhof hat zwei Mittelbahnsteige und verfügt in der Mitte und am Ostende über Zugänge. Der Ostzugang führt über ein beeindruckendes Treppenbauwerk zum Ballindamm und Alstertor. Außerdem befinden sich dort Treppen, die zum S-Bahnhof hinauf führen, der im Juni 1975 eröffnet wurde und den Umsteigeknoten Jungfernstieg komplett machte. Der Mittelzugang dagegen führt über bislang drei, jetzt vier lange Rolltreppen und einem zusätzlichen Schrägaufzug in die unterirdische Verteilerebene am Jungfernstieg. Von dort gelangt man zur U1, zur S-Bahn und zu den Alsterdampfern. Ein Grundriss dieses umfangreichen Bahnhofes befindet sich im Dokument über die Verteilerebenen.

Als 1967 mit dem Bau dieses Bahnhofs begonnen wurde, hatte er den Arbeitstitel Ballindamm, so sollte der U-Bahnhof heißen. Da der S-Bahnhof den Arbeitstitel Jungfernstieg hatte, hätte es zur Eröffnung ein ziemliches Durcheinander gegeben: U1 - Rathaus, U2 - Ballindamm, S-Bahn - Jungfernstieg. Man einigte sich aber glücklicherweise auf den Namen Jungfernstieg, der auch bei der U1 von Juni 1973 an wieder gültig war.

Der Bau der U4

Seit einiger Zeit gibt es das ambitionierte U-Bahnprojekt U4 in neuer Form. Hierbei soll es sich um eine U-Bahnstrecke handeln, die von der Speicherstadt (so genannte "Hafencity") nach Bramfeld führen sollte. Sie sollte im Bereich der Versmannstraße beginnen, weiträumig die Innenstadt unterqueren und am Rathaus in die bestehende U3 einfädeln. Ab Barmbek war ein Streckenneubau vorgesehen, der über Steilshoop bis nach Bramfeld führt - so die erste "neue" U4-Planung. Allerdings regte sich im Bereich der Mönckebergstraße durch die Geschäftswelt erheblicher Widerstand gegen die kommenden Umbauarbeiten am U-Bahnhof Rathaus, woraufhin der Senat nach Alternativen suchte. 

Schnell besann man sich auf die ungenutzten Gleiströge im U2-Bahnhof Jungfernstieg. Bald war man sich im Rathaus einig -entgegen den Befürwortern einer wieder einzuführenden Stadtbahn- und plante das U4-Projekt um. Nach den neuen Plänen soll die U4 weiterhin an der Versmannstraße beginnen, ein Bahnhof, der nach aktuellen Plänen "HafenCity Universität" heißen soll. Das ist dann aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit der bisherigen U4-Planung. Sie soll unter Zwischenschaltung eines Halts am Überseezentrum nonstop zum Jungfernstieg fahren, teilweise in bis zu 40 Meter Tiefe. Am Jungfernstieg sollen die beiden nicht genutzten Gleisbetten dafür genutzt werden. Im weiteren Verlauf soll die U4 parallel zur U2 nach Billstedt fahren und dort ihr Ende erreichen. Der Bau einer U-Bahn nach Steilshoop oder Bramfeld ist leider nicht mehr aktuell.

Im Januar 2009 wurde dieser Bahnhof für rund sechs Monate gesperrt. Die U2 endete damals am Gänsemarkt bzw. Berliner Tor. Während dieser Zeit wurde der U-Bahnhof Jungfernstieg umgebaut: Es wurden östlich des Bahnhofs Weichen eingebaut, die zukünftig der Ein- und Ausfädelung der U4 in die U2 dienen sollen. Darüber hinaus wurde die komplette Signalanlage erneuert und angepasst. Man nutzte die Zeit, um den Bahnhof barrierefrei zu gestalten: Es wurden Schrägaufzüge eingebaut, die die Bahnsteige mit der Vorhalle verbinden. Darüber hinaus hat man einige optische Ertüchtigungen im Bahnsteigbereich vorgenommen. So wurde der Bahnsteig komplett erhöht, um ein leichteres Einsteigen zu ermöglichen. Weiter erhielt der Bahnhofsbereich eine komplett neue Beleuchtungsanlage. Die farbigen Wandflächen aber wurden erhalten und sind mit der neuen Beleuchtungsanlage schön in Szene gesetzt worden. Überhaupt wirkt der Bahnsteigbereich jetzt wesentlich heller.

Viel umfassender aber waren die Bauarbeiten im Umfeld der Station, die im Zusammenhang mit der U4 standen: Die U4 nutzt die neuen Gleise an den Außenkanten der Mittelbahnsteige. Westlich des Bahnhofsbereiches gab es Abschlusswände aus Beton. Während bisher dort massives Erdreich anzutreffen war, hat man dort seit März 2008 eine Baugrube ausgehoben und die so genannten Zielschächte gebaut. In diese Räumlichkeiten drang im September 2009 die Schildvortriebsmaschine "Vera" ein. Danach wurde Vera zerlegt und wieder in die HafenCity gebracht, um dann die zweite Röhre zu bohren. Anfang 2011 kam Vera zum zweiten Mal am Jungfernstieg an, um die zweite Röhre zu graben. Über der bestehenden Station wurde in diesem Zusammenhang ein Fluchttunnel gebaut, der die Bahnsteige direkt mit dem Vorhallenbereich in der Alster-Passage verbindet. Im Sommer 2011 waren die Bauarbeiten beendet. Danach beseitigte man hinter den neu eingebauten Flutschutztoren die massive Betonwand uns stellte so die Tunnelverbindung her. Anschließend wurden die Gleisanlagen und die technische Ausrüstung in den U4-Röhren verlegt und an der Haltestelle Jungfernstieg angeschlossen.

Somit werden ab Dezember 2012 die beiden äußeren Gleisbetten durch die neue U4 bedient und der Bahnhofsbereich mit seinen großzügigen Dimensionen mit 39-jährigen Verzug doch noch gerecht.


Auf den U4-Gleisen können im Bahnsteigbereich seit Anfang 2011 Züge mit eigener Kraft fahren

Ein Detail ist noch interessant: 
Die Zielschächte waren beim Eintreffen von Vera von der Alster aus geflutet. Selbstverständlich bestand zwischen der Alster und dem gefluteten Zielschacht keine Wasserverbindung. Das Wasser in diesem Bauwerk wurde als Ballastkörper genutzt, damit verhindert wird, dass das im Grundwasser liegende Bauwerk aufschwimmt. Diese Gefahr bestand solange, wie der Tunnel noch nicht durchgebunden war und der Zielschacht nur zum Bahnhofsbauwerk hin einen Halt hatte. Schließlich hatte dieses Bauwerk keine Erdüberdeckung zum Alstergrund hin, welche als zusätzliche Sicherheit gegen ein Aufschwimmen dienen könnte.

Erst als die Tunnelröhren durchgebrochen waren, konnte auf das Ballast-Wasser verzichtet werden und somit konnte erst danach die trennende Wand zum Bahnsteigbereich beseitigt werden. Dies geschah abschließend erst im Frühjahr oder Sommer 2011, so dass anschließend die Streckengleise verlegt werden konnten.

Fahrzeiten ab Jungfernstieg

 

nach Berliner Tor
nach Billstedt
nach Mümmelmannsberg
4 min
15 min
21 min
nach Schlump
nach Niendorf Markt
nach Niendorf Nord
5 min
18 min
23 min
nach HafenCity Universität 5 min


36 Jahre lag hier kein Gleis


Wo früher eine tote Rolltreppe war, ist jetzt ein Aufzug.


Das künftige U4-Gleis Richtung Billstedt...


und hier von der HafenCity kommend.


Ähnlich wie am neuen S-Bhf. Airport sind auch hier die Stromschienen grün abgedeckt.


Das Stahlschott ist neu. Dahinter soll sich noch die alte Betonwand verbergen.


Jungfernstieg zählt nun zu den barrierefreien Stationen


Vorhallenbereich über den Bahnsteigen


Wo früher drei Rolltreppen waren, finden heute vier Rolltreppen Platz.


Neben den neuen Rolltreppen verläuft ein gläserner Schrägaufzug.


Historische Bilder
Alle nachfolgenden Bilder entstanden vor Februar 2009
und zeigen die Haltestelle im Zustand seit 1973



Bahnsteigebene der U2 mit ausfahrenden Zug nach Niendorf


Leeres Gleisbett der "alten U4-Planung" Hier wird bald das Gleis Richtung HafenCity angelegt...


...hier kommen die U4-Züge von Billstedt an.

Ausgang Alstertor

Übergang zum S-Bahnhof


Gleisbett der U2 für die Züge Richtung Berliner Tor


Die charakteristischen Wandöffnungen zwischen den beiden Mittelbahnsteigen


Mittlerer Treppenaufgang zu einer kleinen Vorhalle, von der aus man zum Jungfernstieg gelangt

Ausgang Jungfernstieg/Alsteranleger

 


Startschacht für die U4: hier treffen eines Tages die Züge von Überseequartier ein


Das leere Gleisbett der U4


Hier wird mit neuen Lampenkörpern experimentiert...


... und mit einem neuen barrierefreien Bahnsteigbelag.


Noch ist hier ein Betonabschluss


Diese seit Jahren still liegende Rolltreppe wird verschwinden, dort kommt ein Schrägaufzug hin


Die kleine Vorhalle unter der Alster zwischen den Mitteltreppen und den langen Rolltreppen


Die langen Rolltreppen zur Vorhalle Jungfernstieg


Die selben Rolltreppen von oben 


Vorhallenbereich unter dem Jungfernstieg.

Bilder von den Bauarbeiten Anfang 2009:


Ein Arbeitszug für die Baustoff-Versorgung in der entkernten Station Jungfernstieg


Ein Bagger beginnt mit dem Entfernen des Asphaltbelags im bislang leeren Gleisbett.

Bilder: Aufgenommen am 14. Februar.
Jan Borchers
Bahnfotokiste.de


Die Gleissituation im Bereich Jungfernstieg mit den neuen U4-Gleisen   

 

Ausgang Jungfernstieg/Alsteranleger

 

Übersicht Verkehrsknoten Jungfernstieg

U2 < Gänsemarkt (640 m) <<
Richtung Niendorf Nord

U2/U4 >> Hauptbahnhof Nord (810 m) >
Richtung Billstedt/Mümmelmannsberg

U4 < Überseequartier (2940 m) <<
Richtung HafenCity-Universität

 

Übergang zur U1

Übergang zur U3 (Rathaus)

Zugangsbereiche (Übersicht)

Übergang zur City-S-Bahn

 

Derzeit laufen im Bereich Jungfernstieg die Bauvorbereitungen an.

- Im Januar 2008 wurde mit dem Bau eines provisorischen Alsteranlegers in der Binnenalster begonnen, um die Baufreiheit zu erzielen. 

- Im Mai 2008 wird der Bauzaun errichtet und mit die Tiefbauvorbereitungen begonnen.

- Ab Januar 2009 wird die U2 zwischen Gänsemarkt und Berliner Tor unterbrochen, um den U-Bahnhof Jungfernstieg umzubauen

- Im Mai 2009 erwartet man die Einfahrt des Bohrschildes in den Bahnhof Jungfernstieg.

- Ab Juni 2009 soll die Betriebsunterbrechung der U2 beendet werden. Es wird angestrebt, dass dann die U2 endgültig nach Mümmelmannsberg fahren wird.

- Im März 2010 sollen die Bauarbeiten am Jungfernstieg weitgehend abgeschlossen sein.

- Im Mai 2010 soll die zweite Tunnelröhre am Jungfernstieg mit Einfahrt des Bohrschildes fertig sein

- Im Frühjahr 2011 soll der Anleger für die Alsterdampfer wieder hergestellt werden, während unten der Endausbau stattfinden soll.

- Im Dezember 2011 soll die erste U4 zur Hafen City Universität fahren. So die Bauzeitpläne im Sommer 2008.