Hamburgs U-Bahnhöfe: Die
Ringlinie
Update 20. August 2008
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Berliner Tor |
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< U-Bhf. Berliner
Tor (heute) |
U-Bhf. Lübecker
Straße > |
Eröffnet am 1.
März 1912
Geschlossen am 10. Mai 1964

Der alte Bahnhof Berliner Tor im Jahre 1912
Architekt: Erich Elingius
Der Bahnhof Berliner Tor entstand zwischen 1908- und 1910 nach Plänen des Architekten Erich Elingius. Er befand sich im freien Einschnitt zwischen der Lübecker Bahn und der Hauptfeuerwache am Westphalensweg. Direkt an der Straßenecke des Westphalensweg und der Borgfelder-Straßen-Brücke befand sich einst das Zugangsgebäude, welches architektonisch ähnlich dem der Lübecker Straße war. Genau an der Stelle befindet sich heute das Gebäude der Hochbahn-Streckenzentrale. Der Bahnhof war an der Nordseite durch eine Ziegelmauer eingefasst, an der Südseite teilweise durch Glaswände, die den Bahnhofsbereich von der Lübecker Bahn und deren Rauchbelästigung abgrenzten. Die gekrümmten Bahnsteige waren durch große Tonnengewölbe überdacht, dennoch lagen die Gleise frei. Einen direkten Übergang zur S-Bahn oder den anderen Vorortbahnen gab es nicht. Man musste die Straße Beim Strohhause überqueren, um zum Empfangsgebäude der S-Bahn (der sogenannten "Feldherrenhalle") zu gelangen. Wesentlich kürzer hingegen waren die Wege zur Straßenbahn, die nach Hamm, Horn und Billstedt fuhr. Auch die Wege zur Straßenbahn nach Veddel und Harburg waren nicht weit.
In den ersten Jahren des 2. Weltkriegs hielten sich die Schäden in Grenzen, doch am 27. Juli traf es die Gegend um Hammerbrook und Berliner Tor besonders heftig. Die Schäden waren so groß, dass eine Betriebsaufnahme der U-Bahn während des Krieges nicht mehr möglich war. Im Jahre 1947 begannen die Wiederherstellungen am Berliner Tor. Neben der Herrichtung des Zugangsgebäudes mussten auch die Bahnsteige erst wieder repariert werden. Beispielsweise waren die Tonnendächer beschädigt, sie wurden später durch schlichte Flachdächer ersetzt. Erst ab 19. Januar 1948 gab es wieder einen Zugverkehr: Die Ringzüge fuhren von hier bis Barmbek über Schlump, somit war Berliner Tor für die kommenden 17 Monate Endstation. Erst am 1. Juli 1949 fuhren die Züge von hier weiter bis zur Mundsburg.

Seit Januar 1948 halten hier wieder U-Bahnen
Im Jahre 1953 erfolgte ein Umbau des Zugangsgebäudes: Neben neuen Ladenanbauten wurde das Gebäudedach komplett neu aufgebaut: Das kleine Türmchen auf dem Dachfirst wurde bereits vor 1943 entfernt, nun wurde das Dach durch ein einfaches Walmdach ersetzt.
Im Jahre 1962 begannen nördlich des Bahnhofs Ausschachtungsarbeiten für den Bau einer neuen U-Bahntrasse. Bis Mai 1964 entstand in dieser Folge ein kompletter Bahnhof mit einem Mittelbahnsteig unter der Straße Beim Strohhause. Am 10. Mai wurde der Zugverkehr aus dem alten Bahnhof abgezogen und in den neuen Bahnhof geführt. Unmittelbar anschließend wurde mit dem kompletten Abriss der alten Station und des Zugangsgebäudes begonnen. Anschließend entstand im Bereich des bisherigen Streckentunnels der zweite südliche Bahnsteig des neuen Bahnhofs und anstelle des alten Bahnhofs die Tunnelausfahrt Richtung Barmbek sowie eine viergleisige Abstellanlage und natürlich die neue Streckenausfädelung der Billstedter U-Bahn.
Im Mai 1966 wurde der neue Bahnhof Berliner Tor in seiner kompletten Form in Betrieb genommen, vom alten Bahnhof aus dem Jahre 1912 ist buchstäblich nichts übrig geblieben.

Zugangsgebäude Berliner Tor um 1912

Zugangsgebäude Berliner Tor
um 1949/50
Noch mit provisorischen Papp-Dach aus der Nachkriegszeit

Zugangsgebäude im Sommer 1964 unmittelbar vor dem Abriss

Ein Zweiwagenzug verließ gerade Berliner Tor Richtung
Barmbeck

Haltestelle Berliner Tor um 1910, noch mit
Grubenbahngleisen

Berliner Tor Ende der 50er Jahre. Auffallend: Das um 1954
entfeinerte Walmdach des Empfangsgebäudes

Der alte Bahnhof Berliner Tor kurz vor seinem Abriss im
April 1964...

Die gleiche Situation heute. Eine der wenigen Stellen, wo
S- und U-Bahn nebeneinander fahren.

Bahnhof Berliner Tor in einem "Denkenden
Falkplan", 1. Auflage, 1955
Die Lage des U-Bahnhofs stimmt genau.
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Lindenplatz |
Es sollte noch erwähnt werden, dass sich in Höhe des Lindenplatzes ein Bahnhofsfragment befand: Dort gab es bereits einen Seitenbahnsteig und einen Ausgang am Innenringgleis. Der Ausgang diente viele Jahrzehnte als Notausgang. Diese Baulichkeiten waren nie in Betrieb, die Züge fuhren stets ohne Halt durch. Am Außenringgleis fehlten diese Bauten. Der Bahnhof war eine Bauvorleistung aus den Bauzeiten des Rings und sollte Bestandteil eines unterirdischen Gleisdreiecks werden, welches die Rothenburgsorter Hochbahn in jeder Form mit dem Ring verbinden sollte. Bekanntlich ist die Streckenverbindung Spaldingstraße - Berliner Tor nie entstanden, so dass auch die bauliche Komplettierung des U-Bahnhofs Lindenplatz nie erfolgte. Mit dem Bau der Billstedt-Stellinger U-Bahn ab 1962 wurden diese Vorleistungen restlos entfernt. Einzig ein eingleisiger gebogener Tunnel existiert noch, der die Ringgleise unterquert und beim Bau der Strecke um 1908 mit entstand.
Bilder von diesen Vorleistungen sind nicht überliefert.
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