Hamburgs U-Bahnhöfe: Die
Ringlinie
Update 29. Juni 2009
|
|
|
|
U2/U4
< Hauptbahnhof
Nord (1120 m) << |
U2/U4
>> Burgstraße
(1315 m) >
|
|
U3
< Hauptbahnhof
Süd (880 m) << |
U3
>> Lübecker
Straße (810 m) > |
|
Eröffnet am 10. Mai 1964 |

Der Bahnhof Berliner Tor, den wir heute kennen, entstand erst Mitte der 60er Jahre. Er hat nichts mit dem alten Bahnhof gleichen Namens gemeinsam. Auf ihn wird in einem eigenen Dokument eingegangen.
Der heutige Bahnhof entstand in zwei Abschnitten zwischen 1962 und 1966 und löste im Mai 1964 den alten Bahnhof ab.
Spätestens seit es Pläne zum Bau einer U-Bahn über Horn nach Billstedt gibt, war der Hochbahn klar, dass der alte Bahnhof Berliner Tor für den Anschluss der Billstedter Strecke sehr ungünstig liegt, um 1955 wurden die Pläne zur Verlegung des Bahnhofs konkret. Es sollte nun ein Bahnhof entstehen, wo die Ringlinie mit der neuen geplanten Billstedt-Stellinger Strecke verbunden werden sollte, und zwar in der Form, dass ein freizügiges Umsteigen über den Bahnsteig hinweg möglich sein sollte. Idealerweise sollte es möglich sein, dass sich alle Fahrverbindungen kreuzungsfrei fahren lassen, also ob der Ring erhalten bleibt, oder ob das Liniensystem kommen würde, welches dann kam mit den Fahrverbindungen Billstedt - Ring und Ring - Stellingen. Somit war es erforderlich, einen neuen viergleisigen Bahnhof zu bauen. Bis 1958 war noch angedacht, dass die Messbergstrecke nach Billstedt führen sollte, die aber wurde ab 1958 nach Wandsbek verlängert.
Im Jahre 1962 wurde in der Straße Beim Strohhause nördlich neben dem bestehenden U-Bahntunnel mit den Ausschachtungsarbeiten für den neuen Bahnhof begonnen. In der Folgezeit entstand dort ein Tunnelfragment, bestehend aus einem seitlich offnen Tunnel mit zwei Gleisen und einem Mittelbahnsteig. Der Bahnsteig wurde provisorisch in der Baustelle liegend mit der Oberfläche verbunden.

Der neue Bahnhof Berliner Tor im Frühsommer 1964
Damals bestand der Neubau nur aus dem heutigen nördlichen Bahnsteig. Hinter der
Bretterwand befand sich damals noch nichts: Es wurde zunächst nur der eine
Bahnsteig gebaut. Erst nachdem der fertig war, konnte die alte Tunnelstrecke
abgerissen werden, wodurch der Platz für den zweiten (südlichen) Bahnsteig
entstand. Erst ab Ende 1966 hatte der Bahnhof seine heutigen Ausmaße.

Der gleiche Blickwinkel heute (Okt. 2011)
Der Kiosk ist noch an gleicher Stelle, nur die TRUMPF-Schokolade wird nicht mehr
beworben.
Am 10. Mai 1964 wurde dieser neue Bahnhofsbereich in Betrieb genommen. Zeitgleich wurde der alte noch vorhandene Bahnhof geschlossen und der zuführende Streckentunnel ab Lindenplatz außer betrieb genommen. Es wurde unmittelbar mit den Abrissarbeiten begonnen, denn nun sollte der halbfertige Bahnhof komplettiert werden. In der Folgezeit entstand südlich neben dem provisorischen Bahnhof ein weiterer Bahnhof mit einem Mittelbahnsteig, östlich davon die Streckenausfädelung der Billstedter Strecke und zusätzlich Zulaufgleise zu einer Kehrgleisanlage, die unter dem Westphalensweg entstand. Um 1966 war der neue nun viergleisige Bahnhof Berliner Tor fertig. Auch gab es nun westlich des Bahnhofs eine Streckenausfädelung nach Hauptbahnhof Nord und ein betriebsinternes Gleis zum U1-Bahnhof Hauptbahnhof Süd. Dennoch wird dies als eine Sparversion bezeichnet, denn ein kreuzungsfreier Betrieb ist nicht in allen Streckenkonstellationen möglich, das war damals aber noch kein Problem.
Zusätzlich zu den Ringzügen, die seit Ende 1965 als U2 bezeichnet werden, gab es ab 2. Januar 1967 die Züge der U3, die von Hauptbahnhof Süd kommend Richtung Billstedt fuhren. Nun war Berliner Tor der gewünschte Verzweigungsbahnhof geworden. Im September 1968 kam noch eine Linie hinzu: die U21. Die Züge fuhren von Berliner Tor über die Neubaustrecke nach Hauptbahnhof Nord. Zeitweise fuhren diese Züge bis nach Barmbek auf der U2 weiter. Da Hauptbahnhof Nord keine Gleiswechsel hat, erfolgte ein Pendelbetrieb, bzw. ein Gleiswechsel westlich des Bahnhofs Berliner Tor. Doch auch dies blieb ein provisorischer Zustand. Der Endzustand - zumindest für die nächsten 30 Jahre - war am 3. Juni 1973 erreicht, als die Station Jungfernstieg eröffnet wurde. Seither fahren die von Barmbek kommenden U2-Züge nach Hauptbahnhof Nord weiter. Nach Hauptbahnhof Süd fährt seither nur noch die U3, die weiterhin von Billstedt kam. Die U21 hingegen wurde eingestellt.
Schon bald aber zeigte sich, dass die Billstedter Strecke eine sehr hohe Auslastung hat. Obwohl die Strecke neu ist und Bahnhöfe mit 120 Meter langen Bahnsteigen hat, kann sie dem hohen Anspruch nicht wirklich gerecht werden, denn es können auf der U3 nur Züge eingesetzt werden, die maximal aus sechs Wagen bestehen. Das liegt an einigen Bahnhöfen der westlichen Ringlinie, die nur kürzere Bahnsteige haben. In manchen Fällen, wie etwa Sierichstraße, ist ein Verlängern der Bahnsteige nur mit enormen Aufwand möglich. Andererseits hat die von der U2 genutzte Strecke ab Berliner Tor nach Hagenbeck die langen geforderten Bahnsteige. Somit wäre es zweckmäßig, die westliche U2 mit der östlichen U3 zu verbinden und als durchgehende Linie mit 8-Wagenzügen zu betreiben. Da aber beim Bau des Bahnhofs Berliner Tor in den 60er Jahren nur die Sparvariante ausgeführt wurde, wäre es nötig, dass diese neue durchgehende Linie die Gleise einer durchgehenden Ringlinie, die dann zwangsläufig wieder entstehen würde, kreuzen müsste. Das wäre aber bei einem in der HVZ bestehenden 5-Minuten-betrieb nahezu unmöglich, Zugverspätungen wären die unweigerliche Folge.
Daher beschloss die Hochbahn das Versäumte nachzuholen und baut mit großem Aufwand die Gleisanlagen in der Form um, dass die Billstedt-Stellinger Linie, die künftig U2 heißen wird, kreuzungsfrei die Ringzüge (künftige U3) queren kann. Dieser Umbau erfolgte seit 2003 und hatte zwischen 2006 und Juni 2009 die Verkettung der Linien in Ostfahrtrichtung zur Folge. Seit Anfang 2006 fuhren die von Hauptbahnhof Nord kommenden U2-Züge als U3 weiter nach Billstedt, während die von Hauptbahnhof Süd kommenden Züge (U3) im Ring blieben und als U2 weiter nach Barmbek fuhren. In der Gegenrichtung hingegen war in dieser Zeit noch alles wie seit 1973.
Am 29. Juni 2009 wurde der Umbau abgeschlossen. Seither fahren die Linien in ihrem jeweiligen Ostabschnitt getauscht: Die U2 verkehrt nach Mümmelmannsberg und die U3 nach Barmbek und Wandsbek-Gartenstadt.

|
Fahrzeiten ab Berliner Tor |
|
|
U2: alle 5 Minuten Ri.
Wandsbek-Gartenstadt auf 2 (bis Barmbek) und 7 |
|
|
nach Billstedt nach Mümmelmannsberg |
11 min 17 min |
| nach
Jungfernstieg nach Schlump nach Niendorf Markt nach Niendorf Nord |
4
min 9 min 22 min 27 min |
| Ring
im Uhrzeigersinn: nach Hauptbahnhof Süd nach Rathaus nach Landungsbrücken nach Schlump nach Barmbek |
(Innenring) 2 min 5 min 10 min 17 min 28 min |
| Ring
gegen den Uhrzeigersinn: nach Mundsburg nach Barmbek nach Wandsbek-Gartenstadt |
(Außenring) 4 min 9 min 14 min |

Jüngst wurde die interessante Deckenkonstruktion neu gestrichen und an den
Kanten farblich akzentuiert




Der westliche Bahnsteigbereich hat nur eine Flachdecke


Treppenzugänge am Ostende
|
Ausgänge Ostseite Berliner Tor/S-Bahn |

Die Östliche Vorhalle ist als Galerie zum
Bahnsteigbereich hin geöffnet

Zugangsbereich am Ostende



Verbindungsgang zur S-Bahn

Ausgang zum Westphalensweg
|
Ausgänge Westseite Lindenplatz/Hammerbrookstraße |

Zugangsgalerie am Westende


Quergang unter der Straße Beim Strohhause

Ausgang beim ehemaligen Polizei-Hochhaus
Die Bürgerweide

Bis Mai 1977 fuhr auf der Bürgerweide die
Straßenbahnlinie [14].
Sie verkehrte zwischen Veddel und Lattenkamp über Mundsburg
Das Bild entstand in den letzten Betriebstagen. Danke für das Bild an Herrn
Huckfeldt.

Der identische Standort heute: Noch lange Jahre lag dort
der Gleisschotter von der Linie [14]

Die Bürgerweide verläuft neben S- und U-Bahn und wird
überquert von der Borgfelder-Straßen-Brücke

Dieser aus Barmbek kommende Zug verschwindet im
Untergrund
und erreicht gleich den Bahnhof Berliner Tor.

Hier wird deutlich wie die U2 in verschiedenen Ebenen in
die Tunnel fährt.
Rechts neben den U-Bahngleisen verbirgt sich eine viergleisige
Abstellanlage.
Um die Kehrgleisanlage zu unterqueren muss das Tunneleinfahrtsgleis der U2
tiefer liegen.
Links sind die S- und Fernbahngleise sichtbar.

Schematisierter Grundriss
|
U2/U4
< Hauptbahnhof
Nord (1120 m) << |
U2/U4
>> Burgstraße
(1315 m) >
|
|
U3
< Hauptbahnhof
Süd (880 m) << |
U3
>> Lübecker
Straße (810 m) > |
